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Mein Hörtipp der Woche: Michael Mittermeier

Ähnlich wie Mario Barth ist mir auch Michael Mittermeier vor über 20 Jahren das erste Mal im TV begegnet. Sein erstes Programm hieß Zapped und war eine Persiflage auf sämtlichen TV – Kram, den es damals gab. Bis zum heutigen Tag bin ich noch immer großer Fan dieses Unikums aus Bayern; und das will für eine Niedersächsin schon viel heißen!

Darum war ich nun auch hocherfreut, als ich im Newsletter von Spaßgesellschaft! (gehört zu Sony Music) die Ankündigung zu seinem neusten Bühnenprogramm auf Tonträger oder als Download gelesen habe. Das Programm trägt den Titel Lucky Punch und hat auf jeden Fall mein Zwerchfell aufs Empfindlichste getroffen. Auch seine Aussage, dass wir in der heutigen Zeit eine Kanzlerin, wie Angela Merkel noch immer brauchen, weil sie sich von niemandem provozieren lässt, kann ich unterschreiben. Das würde ich mir für alle demokratisch denkenden Politiker im Bundestag und in den Landtagen sehr wünschen.

Noch besser wäre es allerdings, wenn wir so wie er einen Superhelden kreieren könnten, der uns von allem Bösen befreit. Der auch mit Pointen um sich schmeißt, so wie Mittermeier das macht. Denn darin ist er bei diesem Programm erneut wieder ein wahrer Meister. Auch alltägliche Dinge, wie das Verhältnis zwischen Mann und Frau und sein ganz besonderes Verhältnis zu seiner Tochter, die gerade in der Vorpubertät ist, weiß er mit viel Witz und Charme darzustellen.

Wenn es dann mal zu Halloween an Eurer Tür klingelt und davor steht ein kleiner Junge im Handarbeitskostüm, der „Süßes oder Saures!“ ruft, dann habt auch Ihr „Häkelman“, den einzig wahren Superhelden der Neuzeit, getroffen. So ist es Mittermeier zum Schluß schließlich auch ergangen. Aber hört am besten selbst rein! Das muss man einfach gehört haben…

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Mein Hörtipp der Woche: Dieter Nuhr

„In den USA wurde ein Komiker zum Präsidenten gewählt, der nicht einmal weiß, dass er Komiker ist.“ Bissig, aber zutreffend – so kenne und mag ich Dieter Nuhr. In seinem soeben bei Wortart auf CD und als Download erschienenen Programm Kein Scherz! lädt er sein Publikum zu einer gemeinsamen Rundreise durch hiesige Befindlichkeiten ein. Er beleuchtet mit viel Leidenschaft die merkwürdige deutsche Sichtweise auf unterschiedliche Identitäten (hetero, homo, bi, schwarz und weiß) und fragt sich zu Recht, wer überhaupt darüber urteilen sollte, wie ein Mensch zu sein hat, außer dem Betreffenden selbst. „Toleranz ist nicht, die Intoleranz der anderen zu akzeptieren.“ Eine wahre Aussage, die ich so uneingeschränkt unterstützen möchte.

Auch, wenn er klar darauf hinweist, dass das Programm ungegendert ist, gefällt es mir sogar als ehemals Forschende im Bereich Gender Mainstreaming. Ihm und mir ist es ebenso in der Tat gemeinsam wurscht, ob das Studentenwerk nun Studierendenwerk oder der AStA nun StudentInnenausschuss heißt – vor allem, weil dort zumeist ohnehin die Frauen das Sagen haben. Zumindest in Hannover war das in meiner Studienzeit so. (Ich habe meinerseits stolze sieben Jahre im STUDENTENwohnheim gewohnt und habe mich dabei niemals diskriminiert gefühlt – außer vielleicht von wohlhabenden Studierenden, die abschätzig auf uns Wohnheimbewohner herab geblickt haben.) Das dürfte den wie selbstverständlich feministisch geprägten Studentinnen von heute möglicherweise anders gehen…

Doch zurück zum Programm Kein Scherz! von Dieter Nuhr. Was viel Respekt vor ihm in mir auslöst, ist, dass er keinesfalls verwundert ist über die vielen Shitstorms, die auf ihn herab gehen. Gottlob kann er sehr gut damit umgehen. Denn mittlerweile ist es ja bei fast jedem so, der etwas zu sagen hat, dass er im Netz dafür anonym kritisiert wird. Irgendwie ist es nur traurig, dass gerade ein Kabarettist für seine durchaus durchdachte bissige Meinung kritisiert wird. Ich dachte früher mal, der Sinn von Kabarett sei, den Finger in die Wunde zu legen, damit sich etwas ändert. Das dürfte auch Dieter Nuhrs Meinung sein. Darum finde ich es großartig, dass er sich durch die Hater nicht beirren lässt.

Mir hat sein Programm jedenfalls sehr gut gefallen und ich kann es jedem nur empfehlen, der gutes Kabarett mag. Dazu gehört im Übrigen auch, dass man erst einmal zuhört, dann darüber nachdenkt und schließlich in angemessener Weise seinen Kommentar dazu abgibt. Auch wenn das heute vor allem hier im Internet gerne mal vergessen wird.

 

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Mein Guck-Tipp der Woche: Pastewka Staffel 10

Achtung! Achtung! An alle Pastewka-Fans unter Euch: Merkt Euch bitte mit Rotstift den 7. Februar 2020 vor. An diesem Tag startet die zehnte Staffel von Pastewka auf Amazon Prime. Und weil es die letzte Staffel sein wird, gibt es auch ein Wiedersehen mit allen Figuren, die jemals in der Serie aufgetaucht sind. Außerdem werden wir gewahr, ob Bastian seine Anne nun endlich heiratet oder nicht. Ich bin jedenfalls gespannt.

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Mein Hörtipp der Woche: Christoph Sieber

Christoph Sieber Mensch bleiben Christoph Sieber gehört zu denen, die eigens gemachte Beobachtungen und daraus gewonnene Erkenntnisse geschickt in wohl durchdachtes, intelligentes Kabarett umwandeln. Dabei wird er gerne mal sarkastisch und hält denjenigen, die alles so hinnehmen, wie es derzeit ist, schonungslos den satirischen Spiegel vor.

Er erzählt zum Beispiel von einem, der im Urlaub auf einer thailändischen Insel pausenlos auf sein Smartphone starrt, um eventuell live und in Farbe mitzubekommen, wie Einbrecher zuhause seine Wohnung leer räumen. Dadurch kann man die Errungenschaften der neuen Technik doch wahrlich in Zweifel ziehen. Eigentlich sollte ein Urlaub doch zum Entspannen da sein.

Doch das kann der 24 Stunden am Tag vernetzte Mensch nicht mehr. Er ist zu abhängig geworden von dem Gerät in seiner Hand. Ein Zustand, den Sieber mit seiner Darstellung anprangert und das zu Recht, wie ich finde. Denn, auch, wenn daheim nichts passiert (was zu 99,9 % der Fall ist) war der Urlaubsaufenthalt für den Mann sinnlos.

Sieber hat noch viele weitere Beispiele für die heute teilweise wirklich bekloppt wirkende Welt im Repertoire. Zweieinhalb Stunden bissiges Kabarett, die sich für mein Empfinden wahrlich gelohnt haben. Das Programm Mensch bleiben ist bei Wortart auf CD und als Download erschienen und wurde Ende 2019 im Theater Die Wühlmäuse in Berlin mitgeschnitten. Da versteht es jemand wahrlich, die Menschen wachzurütteln.

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Mein Guck-Tipp der Woche: Agatha Raisin, Staffel 2

Carsley war ein verschlafenes kleines Nest in den britischen Cotswolds, bis Agatha Raisin dort aufgetaucht ist. Dank der ehemaligen PR Agentin ist es im Ort so richtig spannend geworden. Offensichtlich lag die Verbrechensrate dort immer schon relativ hoch. Aber es hat keinen interessiert. Das ist nun anders. Mit ihrem kriminalistischen Spürsinn fühlt sie jedem so richtig auf den Zahn, der etwas zu verbergen hat und ist der Polizei dabei meist schon um Längen voraus.

Auch dank einiger gewitzter Freunde und ihrer ebenso neugierigen Haushälterin zeigt sie den örtlichen Polizisten oftmals, was eine Harke ist. Manchmal entdeckt sie ein Verbrechen sogar schon, bevor die Polizei überhaupt Wind davon bekommt. Doch kann sie ihren Nachbarn James Lacey damit immer noch nicht von sich überzeugen…

Bereits die Romanvorlage von M. C. Beaton hat mir vor einigen Jahren schon sehr gut gefallen. Was Schauspielerin Ashley Jensen dann jedoch aus ihrer Rollenvorgabe gemacht hat, ist an grandioser, typisch britischer Komik nicht zu übertreffen. Feinsinnig und schlau, dabei öfter mal ins Fettnäpfchen tretend, aber nie abstoßend oder überheblich.

Gäbe es sie tatsächlich, so wäre ich stolz, wenn Agatha Raisin meine Freundin wäre. Mit dieser Frau könnte man Spaß haben. Den meisten Fernsehzuschauern wird es ähnlich gegangen sein. Darum ist nun auch schon die zweite Staffel der Serie mit verfilmten Geschichten rund um die Hobbydetektivin entstanden. Agatha Raisin wird erneut brillant deutsch synchronisiert von Vera Teltz, die mir auch als Hörbuchsprecherin schon des Öfteren aufgefallen ist. Eine Serie, bei der sich das Zuschauen wirklich lohnt.

Auf DVD sind die einzelnen Folgen wieder bei Polyband erschienen und bei Amazon Prime gibt das Ganze auch als Download.

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Mein Hörtipp der Woche: Mario Barth

Podcast Mario BarthKommen wir doch mal zu einem alten Hasen in der Comedyszene. Manchmal ist es für mich kaum zu glauben, aber ich kenne ihn tatsächlich schon seit 20 Jahren. Damals absolvierte er in den Sendungen Nightwash im WDR Fernsehen und Quatsch Comedy Club auf ProSieben regelmäßig seine ersten Auftritte. Mittlerweile füllt er ganze Stadien, wie zum Beispiel das Berliner Olympiastadion. Und es dürfte wohl kaum jemanden in Deutschland geben, der noch nie von seiner Freundin gehört hat.

Richtig! Ich spreche von Mario Barth. Der hat im November 2019 in der Tat noch einmal Neuland betreten. Und zwar nutzt er seit dem 13. November die Welt der Podcasts, um nun auch sein Können als Interviewer unter Beweis zu stellen. Ja, und das macht er gar nicht mal so schlecht, wie ich finde. Zwar hat er das in seiner Sendung „Mario Barth deckt auf“ auf RTL mit nicht prominenten Protagonisten schon des Öfteren unter Beweis gestellt, aber in seinem Podcast „Pommes mit Majo“ kann er sich nun die prominenten Interviewpartner selbst aussuchen.

Da sind tatsächlich einige Sahnestücke dabei. Beispielsweise sein Gespräch mit Promi-Koch Alexander Herrmann oder auch sein Talk mit Komiker-Kollegen Mirco Nontschew. Alle Interviews sind ungekürzt und ungeschnitten. So dass man auch den Menschen hinter dem Star erkennt. Ich freue mich schon auf Marios nächste Interviews. HIER findet Ihr den Link zum Podcastfeed.

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Mein Hörtipp der Woche: Torsten Sträter

Torsten Sträter ist urkomisch und vor Auftritten gerne mal unpünktlich. Also hat er einen Programmtitel daraus gemacht. Der lautet: Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein. Mit diesem Programm war er im vergangenen Jahr durch Deutschland unterwegs. Für all diejenigen, die ihn nicht live erleben konnten, ist das Ganze nun digital oder auf Tonträger erschienen. Dabei erzählt er natürlich von seinem Alltag, seinem Sohn und von seiner Omma.

Es kommen ihm auch interessante Gedanken zum Älterwerden in den Sinn: „Ich bin gerade zwischen Depression aus und erektile Dysfunktion an. Und mein Sohn legt Musik nicht auf meinen Apparat, sondern in die Cloud. In den 80ern hatte ich einmal eine Bekannte, die Lippenstift beim Drogeriemarkt Ihres Vertrauens ge-klaut hat. Aber das war was anderes.“

Aus seiner Sicht wissenswert ist auch, dass er Dieter Nuhr viel zu verdanken hat. Der hat ihn offenbar sehr stark dabei unterstützt, neben dem Poetry Slam, bei dem er einmal angefangen hat, auch das Fernsehen zu seiner zweiten Heimat zu machen. So sieht man ihn fast jeden Monat in der ARD bei „Nuhr im Ersten“. Auch bei Extra 3 im NDR Fernsehen ist er immer wieder als Kommentator gern gesehen. Doch gottlob hat er immer noch Zeit, für eigene Bühnenprogramme auf Selbige zu gehen. Hört doch mal rein:

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Mein Guck-Tipp der Woche: Carl Josef

Carl JosefEin wahrlich beachtenswerter Comedy-Senkrechtstarter ist 14 Jahre alt, heißt Carl Josef Statnik und sitzt seit seinem sechsten Lebensjahr im Rollstuhl. Er hat Muskeldystrophie Duchenne, eine Krankheit, die die Muskeln immer mehr verkümmern und ihn wahrscheinlich nicht älter, als 30 Jahre werden lässt. Dennoch lebt er heute klar nach dem grandiosen Lebensmotto „Mich kann nichts aufhalten, außer Bordsteine!“

Ein Motto, dass ich mir durchaus ebenfalls zu Eigen machen kann, denn seit 2014 ist der Rollstuhl dank Multipler Sklerose auch mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Darum auch meine Reha im vergangenen Jahr. Doch jetzt können Carl Josef und auch ich  nach vorne blicken auf ein erfolgreiches 2020. Bekannt gemacht hat ihn übrigens im vergangenen Sommer ein Auftritt in der altehrwürdigen Comedy-Schmiede Nightwash im WDR Fernsehen, der anschließend auf YouTube viral gegangen ist und mittlerweile über sechs Millionen Klicks erreicht hat.

 
Was mir besonders gut gefällt, ist, dass er mit seinem Auftritt eine Lanze gebrochen hat für die meisten Rollstuhlfahrer dieses Planeten. Und mit seiner Aussage „Ich will kein Mitleid, sondern eine Freundin!“ hat er exakt den Nagel auf den Kopf getroffen. Dass ein Rollstuhlfahrer durchaus urkomisch oder dazu hochintelligent sein kann, das beweisen nicht zuletzt er und auch der kürzlich leider verstorbene Stephen Hawking. Ein Handicap kann und darf also kein Hindernis sein, etwas im Leben zu erreichen. Wichtig ist vor allem, dass man den oder die Betroffene(n) nicht zum Baby degradiert, nur, weil er oder sie auf Hilfestellung angewiesen ist. Das erlebt man bei Nichtbetroffenen leider immer wieder.

Im kommenden Jahr (2021) bekommt Carl Josef eine ganz besondere Art der Hilfestellung. Im Rahmen der Tour The Hype is Wheel wird man ihn ab 15. Oktober, unterstützt von einigen befreundeten Comedians, deutschlandweit live auf der Bühne erleben können. Los geht es in seiner Heimatstadt Braunschweig.

Carl Josefs Website

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Mein Hörtipp der Woche: Tod unter Lametta 2

Ein Tipp aus dem Reha-Wochenende für alle Radio- und Podcast-Freunde unter Euch: Der Kabarettist und Comedy-Autor Kai-Magnus Sting setzt auch in diesem Jahr seine Hörspiel-Reihe mit Bastian Pastewka, Jochen Malmsheimer und Annette Frier sowie ihm selbst als Sprecher fort.

Die Regie führt erneut Leonard Koppelmann. Auf SWR2 läuft ab morgen jeden Tag bis Weihnachten eine neue Hörspiel-Folge von Tod unter Lametta 2. Erneut eine Krimikomödie rund um den Rentner und Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg. Wer die Radiofolge verpasst hat, kann sie sich jederzeit vom Podcastkanal des Senders herunterladen.

Ich wünsche Euch schon jetzt viel Spaß beim Hören, ein frohes Fest und einen guten Rutsch nach 2020. Wir lesen uns im nächsten Jahr wieder!

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Mein Hörtipp der Woche: Oliver Kalkofe liest Geschichten vom weihnachtlichen Wahnsinn

Winterzeitliche Grüße aus der Reha mit einem kleinen Hörtipp für Euch: Am 27. Januar 2006 hat Oliver Kalkofe einigen anderen Zuschauern, meinem damaligen Freund und mir im Capitol Hannover das letzte Mal als „Onkel Hotte“ vom alltäglichen Wahnsinn vorgelesen. Allerdings noch in guter, alter Frühstyxradio-Manier…

Da dieses Jahr, genauer gesagt: GESTERN, nun bereits zum zweiten Mal die stets wahnsinnig gute Frühstyxradio-Sendung „Die Stunde, die es nicht gibt“ zur herbstlichen Zeitumstellung im Radio ausgeblieben ist, musste ich mir gezwungenermaßen einen guten, von einem ehemaligen Frühstyxradio-Macher vorgetragenen, Ersatz suchen.

Was lag da näher, als den von Oliver Kalkofe gelesenen Geschichten vom weihnachtlichen Wahnsinn aus der Feder von Mark Spörrle zu lauschen. Aber dieses Jahr schenken wir uns nichts! nimmt wunderbar die hiesigen Weihnachtsgebräuche auf’s Korn.

Die zweieinhalbstündige Geschichtensammlung ist in der Edition Audio to Go vom Lübbe Verlag erschienen. Ein wunderbarer Spaß für all diejenigen, die den Weihnachtswahnsinn nicht unbedingt immer so ernst nehmen wollen.

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