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Mein Hör- und Gucktipp der Woche: Benjamin Tomkins – Tote Bauern melken nicht

Benjamin Tomkins ist vieles: Comedian, Bauchredner und Autor von lustigen Rattenkrimis, die er selbst vertont und so zum Hörbuch macht. Sein 2019 erschienenes erstes Werk trägt den Titel Tote Bauern melken nicht. Kommissar Ratte ermittelt. Diesbezüglich lässt er seinen Titelhelden gern mal selbst zu Wort kommen:


 
Als Bauchredner ist der vielseitige Künstler öfters mal auf Kreuzfahrtschiffen wie Mein Schiff unterwegs. Da spielen sich dann auch häufig sehr lustige Szenen mit seinen mitgebrachten Figuren ab. So, wie diese hier:


 
Benjamin Tomkins, ein Name, den man sich merken sollte.

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Mein Hörtipp der Woche: Mensch, Erde!

Ein Komiker, der sich Gedanken um unsere Umwelt macht. Das gibt es häufiger dieser Tage. Doch exemplarisch herausnehmen möchte ich hier das Beispiel von Eckart von Hirschhausen. Er hat mit Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben ein wunderbares Sachbuch geschrieben und mit dem Hörverlag auch vertont, in dem er sich mit viel Einfühlungsvermögen dem derzeitigen Zustand unserer Erde widmet.

Er erzählt, wie er das erste Mal selbst bemerkte, dass irgendetwas mit unserer Erde nicht stimmt. Anschließend geht er darauf ein, wie er das erste Mal etwas von der Bewegung Fridays for future mitbekam. Schließlich berichtet er noch von einigen Experten in Sachen Klimaschutz, mit denen er das Gespräch suchte und diverse neue Erkenntnisse für sich und auch für andere erlangte.

Ein Hörbuch, das bei mir tatsächlich Eindruck hinterlassen hat, auch deswegen, weil Eckart von Hirschhausen gleichzeitig spielerisch und doch eindrucksvoll erzählen kann. Ich werde auf jeden Fall versuchen, meinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, damit auch zukünftige Generationen unsere Erde lebenswert finden können. Ich hoffe, Ihr seht das genauso.

Hörprobe

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Mein Hörtipp der Woche: Wladimir Kaminer – Der verlorene Sommer

Der russische, in Berlin mit seiner gesamten Familie ansässige Satire Autor Wladimir Kaminer hat Bilanz aus den Ereignissen des Jahres 2020 gezogen. Sein Werk trägt den Titel Der verlorene Sommer: Deutschland raucht auf dem Balkon. Mit viel Witz und Ironie schildert er seine Erlebnisse und die seiner Familie seit dem Ausbruch der Corona Pandemie im März 2020.

Er berichtet beispielsweise, wie schwer es war, seiner 90 jährigen Mutter zu erklären, dass sie nicht in ihren Lieblingsgeschäften einkaufen gehen durfte und wenn doch, dann nur bekleidet mit einer speziellen Maske, die sie vor dem Virus schützen sollte. Außerdem müssten alle Menschen bestimmte Abstands Regeln einhalten, damit jeder vor dem Virus geschützt sei. Nicht nur für seine Mutter, sondern auch für andere Menschen war das manchmal ein wenig schwierig zu verstehen.

Von einigen Freunden in Russland konnte er erzählen, dass es auch bei ihnen Probleme beim Umgang mit dem Virus gab. Beispielsweise gab es beim Fahren mit der Moskauer Metro ähnliche Schwierigkeiten, wie dies auch in der U-Bahn von Berlin zu beobachten war. Kulturelle Einrichtungen waren zunächst noch geöffnet, mussten dann aber, ähnlich wie sämtliche Speiselokale, für lange Zeit ihre Tore schließen. Im Grunde genommen musste man sich fast ein Jahr lang nur noch in den eigenen vier Wänden aufhalten…

2020 war aufgrund der Ungewissheit und
des noch nicht vorhandenen Impfstoffes tatsächlich ein verlorener Sommer und ein verlorener Herbst und ein verlorener Winter. Da kann ich Herrn Kaminer voll und ganz beipflichten. Aber wie wird wohl seine satirische Bilanz von 2021 aussehen? Ich bin schon gespannt auf das nächste Hörbuch. Ihr auch?

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Mein Hörtipp der Woche: David Safier – Miss Merkel

Habt Ihr Euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was unsere jetzige Bundeskanzlerin, also Frau Merkel, macht, wenn Sie in Rente gegangen ist? Der Bestsellerautor David Safier hat das getan. Dabei ist die wunderbar komische Kriminalkomödie Miss Merkel – Mord in der Uckermark herausgekommen, die Nana Spier für den Argon Verlag als Hörbuch eingesprochen hat.

In Anlehnung an Agatha Christie’s Miss Marple hat David Safier kurzerhand Angela Merkel und ihren Ehemann Joachim Sauer zu Nachfahren von Miss Marple und ihrem treuen Gehilfen Mister Stringer gemacht. Und was soll man sagen? Sie machen ihre Sache gar nicht so schlecht.

Die Geschichte beginnt wie folgt: Nach Merkels Verrentung zieht das Ehepaar Merkel/Sauer in das fiktive Städtchen Klein Freudenstadt in der Uckermark. Dieser Ort hat so ziemlich alles zu bieten, was man als rüstiger Rentner so braucht. Sogar jährliche Reiterfestspiele und ein Schloss.

Außerdem haben sich die beiden einen kleinen Hund, den Mops Putin, angeschafft.(Namensänlichkeiten mit dem russischen Präsidenten sind nicht zufällig, sondern rein beabsichtigt.) Also beste Voraussetzungen für einen schönen Lebensabend.

Dann jedoch passiert etwas Schreckliches: Kurz bevor er die neuerlichen Reiterfestspiele ausrichten kann, wird Freiherr Philip von Baugenwitz ermordet in seinem Schlossgarten aufgefunden. Die örtliche Polizei tappt im Dunkeln, ebenso, wie die Ehefrau des Getöteten. Das prominente Ehepaar, ebenso wie ihr Bodyguard Mike, bieten der traurigen Katharina ihre Hilfe bei der Suche nach dem Mörder an.

Ich weiß leider nicht, ob Frau Merkel sich überhaupt die Geschichten anhört oder durchliest, die man ihr auf den Leib geschrieben hat. Aber bei Miss Merkel – Mord in der Uckermark sollte sie vielleicht einmal eine Ausnahme machen und reinhören. Safier ist eine wunderschöne, charmante Kriminalkomödie gelungen, die man wahrlich als Hommage an unsere Kanzlerin verstehen kann. Sogar ihr vermutlich ebenfalls vorhandener kriminalistischer Spürsinn wird mit dieser Geschichte gelobt.

Für mich eine ganz klare Hörpfehlung, nicht zuletzt auch wegen der wunderbaren Interpretation von Nana Spier.

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Mein Hörtipp der Woche: T. C. Boyle – Sprich mit mir

Wie wäre es, wenn Tiere mit Menschen sprechen könnten? Würden sie den Menschen dann sagen: Ey, Mensch, Du zerstörst mit Deinem Tun meinen Lebensraum! Hör endlich auf damit! Oder wären sie ganz brav und folgsam? So, wie die meisten Zoo- oder Zirkustiere auf dieser Welt.

Diese Fragen hat sich wohl auch T. C. Boyle gestellt und hat daraufhin die amüsante und gleichzeitig sehr realistisch anmutende Geschichte Sprich mit mir geschrieben. Darin trifft die schüchterne amerikanische Studentin Aimee auf den Hochschulprofessor Guy Schermerhorn und dessen Haustier und Untersuchungsobjekt, den Schimpansen Sam.

Diesem Affen hat Guy beigebracht, sich mit ihm zu unterhalten. Dazu nutzt er die bei Gehörlosen gebräuchliche Gebärdensprache. Das wirkt zwar auf den ersten Blick äußerst kurios, aber es funktioniert. Sam kann ihm tatsächlich durch verschiedene Gebärden mitteilen, was er von ihm möchte. Guy hatte sich daraufhin mit ihm in eine TV-Game Show einladen lassen und zeigte den dortigen Anwesenden samt Publikum, das es tatsächlich möglich ist, mit dem Affen zu kommunizieren. Amiee hatte genau diese Sendung gesehen und sich darum bei Guy beworben.

Nun ist sie tagsüber für Sam verantwortlich. Darüber hinaus findet Guy immer mehr Gefallen an ihr und die beiden verlieben sich in einander. Nun könnte alles so schön sein, doch schon bald erhält Guy von seinem Vorgesetzten die Nachricht, dass ihm die Fördergelder gestrichen werden. Nun steht nicht nur Sams, sondern auch Aimees und Guys Zukunft in den Sternen…

Florian Lukas liest diesen skurrilen, heiteren, jedoch auch nachdenklich machenden Roman von T. C. Boyle. Es ist schon irgendwie eine lustige Vorstellung, sich mit einem Affen zu unterhalten. Dass man für die Forschung jedoch einen Affen aus seinem Lebensraum entführen muss, ist schon eine weniger lustige Vorstellung. Außerdem zeigt dieser Roman einmal mehr, wie sehr wir Menschen versuchen, uns die Tiere zum Untertan zu machen.

Trotz allem ist Sprich mit mir eine sehr schöne und wunderbar erzählte Geschichte. Darum kann ich sie Euch auch wärmstens zum Nachhören empfehlen.

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Mein Hörtipp der Woche: Felix Werthner – Zwei Männer und ein paar Leichen

An die verrücktesten Geschichten gerate ich meistens, wenn ich gar nicht darauf vorbereitet bin. Dies ist eine solche Geschichte: Der Mit-50er und Frührentner Niko lebt gemeinsam mit seiner Frau Magdalena in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Ihnen gegenüber wohnt der knapp 30-Jährige Langzeitstudent Valerian, der sein Medizinstudium über alles hasst.

Eines schönen Tages beschließt Niko in der Küche seiner Wohnung, seiner Frau mittels eines gezielten Pistolenschusses die Lebenslichter auszublasen. Sein Nachbar hört den Schuss beim Mittagessen, lässt sofort alles stehen und liegen und klingelt verängstigt an Nikos Wohnungstür. Dieser täuscht zunächst Ahnungslosigkeit vor, aber Valerian lässt sich nicht abwimmeln. Schließlich entdeckt er die Leiche Magdalenas im Wohnzimmer.

Neben ihr kauert schon kurz darauf ihr aufgeregter Ehemann, allerdings nicht, weil er sie umgebracht hat, sondern weil Magdalenas Handy pausenlos klingelt und ihn zum Wahnsinn treibt. Bereits zweimal hat er vorab ein Telefonat angenommen und hatte Maggies beste Freundin Conny am Telefon.

Nun hat er schon keine Ahnung mehr, wie er der renitenten Conny klar machen soll, dass sich Maggie zurzeit nicht gut fühlt und nicht mit ihr sprechen kann. Natürlich wissen er und Valerian nur zu gut, dass Maggie niemals wieder ein Telefonat von Conny wird annehmen können. Aber, da sind sich er und sein Nachbar stillschweigend einig, derzeit soll sie es auf keinen Fall erfahren.

Danach schicken sich die beiden Männer an, Magdalenas Leiche in einem nahe gelegenen Waldstück zu entsorgen, also zu vergraben. Dabei fällt Valerian auf, dass an dieser Stelle offensichtlich noch mehr Menschen ihre Grabstätte gefunden haben. Als er Niko darauf anspricht, gibt dieser zu, schon mehrere Menschen dort vergraben zu haben.

Nach dieser Erklärung wird Valerian ganz bleich und möchte sich schnellstens aus dem Staub machen. Doch er hängt schon viel zu sehr in der Sache mit drin. Außerdem klingelt schon wieder Magdalenas Telefon…

Der österreichische Autor Felix Werthner hat mir mit seiner Geschichte mehrere schöne verregnete Sommerabende beschert. Damit waren diese schonmal wesentlich besser erträglich. Sebastian Stielke hat es obendrein dazu noch geschafft, mich mit seiner Stimme regelrecht an die Geschehnisse ranzuketten.

Darum hat mir das bei der hörbuchmanufaktur Berlin erschienene Hörbuch mit dem wirklich nicht zu viel versprechenden Titel Zwei Männer und ein paar Leichen sehr gut gefallen. Ich freue mich schon auf Felix Werthners nächsten Streich.

Hörprobe

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Mein Hörtipp der Woche: Karsten Dusse – Achtsam Morden am Rande der Welt

Gute Nachrichten! Karsten Dusse ist während des Corona Lockdowns ebenfalls kreativ tätig gewesen. Die „Achtsam Morden“ – Reihe geht also weiter. Rechtsanwalt und 8-fach-Mörder Björn Diemel zieht es nach einer relativ misslungenen Feier zu seinem 45. Geburtstag auf Anraten seines Therapeuten Joschka Breitner hin zu einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg.

Sein Weg ins spanische Santiago de Compostela soll allerdings ganz anders verlaufen, als er sich das gedacht hat. Er trifft mit Evi und Roland zunächst zwar zwei sehr nette Menschen. Allerdings auch einen Typ, der heimlich die Briefe der Pilger, die sie an sich selbst für das Ende des Weges verfasst haben, liest und die Leute mit seinem Wissen erpresst.

Außerdem wird Björn das Gefühl nicht los, dass irgendwer ihn aus dem Weg räumen will. Denn offenbar versucht jemand, aus der Ferne auf ihn zu schießen. Kann es sein, dass irgendein Unbekannter hinter seine Taten der vergangenen Monate gekommen ist? Wird es ihm gelingen, sich erneut aus der Sache heraus zu winden?

Das erfahrt Ihr im dritten Teil der Reihe mit dem Titel Achtsam morden am Rande der Welt, erneut erschienen bei Random House Audio. Karsten Dusse hat es sich auch dieses Mal nicht nehmen lassen, das Hörbuch selber vorzutragen, was ihm wieder sehr gut gelungen ist. Hört einfach mal selbst rein. Es darf auch dieses Mal geschmunzelt und gelacht werden.

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Mein Hörtipp der Woche: Sebastian Fitzek – Der erste letzte Tag

Sebastian Fitzek – nie hätte ich erwartet, dass sein Name mal in meinen Hörtipps der Woche auftaucht. Denn normalerweise steht der Name des Berliner Bestsellerautors für haarsträubende und unvorhersehbare Thriller. Dieses Mal steht allerdings ganz klar „Kein Thriller“ auf dem Hörbuchcover.

Deutschlands erfolgreichster Thriller-Autor ist nämlich auch während des Lockdowns in der Corona Pandemie kreativ gewesen, hat seinerseits sogar für das Verfassen von Der erste letzte Tag, eines urkomischen Roadtrips in Buch- und Hörbuchform, mal eben das Genre gewechselt und ist somit in die auch für mich relevante Comedy Sparte abgedriftet. Und siehe da: Auch die komischen Zeilen liegen ihm. Womöglich auch gewollt in der heutigen Zeit der Ungewissheit, wo man dringend mal was zum Lachen braucht.

Das Buch ist bei Droemer erschienen. Beim Hörbuch, das vom Argon Verlag produziert wurde, liegt das Hörenswerte daran vermutlich allerdings auch an Vorleser Simon Jäger, der mit seiner Stimme jede gute Geschichte noch um einiges besser macht. So natürlich auch in diesem Fall. Es geht dabei, grob umrissen, um zwei Menschen, die sich einen Mietwagen teilen müssen und dabei eine Menge verrückter Dinge durchleben.

Aber, so viel kann und will ich schon einmal verraten, auch diese Geschichte geht recht unvorhersehbar zu Ende. Umso mehr lohnt es sich, sie von Anfang bis Ende zu lesen oder zu hören. Wenn man sich für das Hörbuch entschieden hat, ist man in gut fünf Stunden am Ende angelangt. Wenn man zu den Lesern gehört, braucht man vielleicht etwas weniger Zeit oder länger.

Mir hat die Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen. Diesen Genrewechsel kann Herr Fitzek gerne öfters vollziehen.

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