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Mein Hörtipp der Woche: T. C. Boyle – Sprich mit mir

Wie wäre es, wenn Tiere mit Menschen sprechen könnten? Würden sie den Menschen dann sagen: Ey, Mensch, Du zerstörst mit Deinem Tun meinen Lebensraum! Hör endlich auf damit! Oder wären sie ganz brav und folgsam? So, wie die meisten Zoo- oder Zirkustiere auf dieser Welt.

Diese Fragen hat sich wohl auch T. C. Boyle gestellt und hat daraufhin die amüsante und gleichzeitig sehr realistisch anmutende Geschichte Sprich mit mir geschrieben. Darin trifft die schüchterne amerikanische Studentin Aimee auf den Hochschulprofessor Guy Schermerhorn und dessen Haustier und Untersuchungsobjekt, den Schimpansen Sam.

Diesem Affen hat Guy beigebracht, sich mit ihm zu unterhalten. Dazu nutzt er die bei Gehörlosen gebräuchliche Gebärdensprache. Das wirkt zwar auf den ersten Blick äußerst kurios, aber es funktioniert. Sam kann ihm tatsächlich durch verschiedene Gebärden mitteilen, was er von ihm möchte. Guy hatte sich daraufhin mit ihm in eine TV-Game Show einladen lassen und zeigte den dortigen Anwesenden samt Publikum, das es tatsächlich möglich ist, mit dem Affen zu kommunizieren. Amiee hatte genau diese Sendung gesehen und sich darum bei Guy beworben.

Nun ist sie tagsüber für Sam verantwortlich. Darüber hinaus findet Guy immer mehr Gefallen an ihr und die beiden verlieben sich in einander. Nun könnte alles so schön sein, doch schon bald erhält Guy von seinem Vorgesetzten die Nachricht, dass ihm die Fördergelder gestrichen werden. Nun steht nicht nur Sams, sondern auch Aimees und Guys Zukunft in den Sternen…

Florian Lukas liest diesen skurrilen, heiteren, jedoch auch nachdenklich machenden Roman von T. C. Boyle. Es ist schon irgendwie eine lustige Vorstellung, sich mit einem Affen zu unterhalten. Dass man für die Forschung jedoch einen Affen aus seinem Lebensraum entführen muss, ist schon eine weniger lustige Vorstellung. Außerdem zeigt dieser Roman einmal mehr, wie sehr wir Menschen versuchen, uns die Tiere zum Untertan zu machen.

Trotz allem ist Sprich mit mir eine sehr schöne und wunderbar erzählte Geschichte. Darum kann ich sie Euch auch wärmstens zum Nachhören empfehlen.

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