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Mein Hörtipp der Woche: Felix Werthner – Zwei Männer und ein paar Leichen

An die verrücktesten Geschichten gerate ich meistens, wenn ich gar nicht darauf vorbereitet bin. Dies ist eine solche Geschichte: Der Mit-50er und Frührentner Niko lebt gemeinsam mit seiner Frau Magdalena in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Ihnen gegenüber wohnt der knapp 30-Jährige Langzeitstudent Valerian, der sein Medizinstudium über alles hasst.

Eines schönen Tages beschließt Niko in der Küche seiner Wohnung, seiner Frau mittels eines gezielten Pistolenschusses die Lebenslichter auszublasen. Sein Nachbar hört den Schuss beim Mittagessen, lässt sofort alles stehen und liegen und klingelt verängstigt an Nikos Wohnungstür. Dieser täuscht zunächst Ahnungslosigkeit vor, aber Valerian lässt sich nicht abwimmeln. Schließlich entdeckt er die Leiche Magdalenas im Wohnzimmer.

Neben ihr kauert schon kurz darauf ihr aufgeregter Ehemann, allerdings nicht, weil er sie umgebracht hat, sondern weil Magdalenas Handy pausenlos klingelt und ihn zum Wahnsinn treibt. Bereits zweimal hat er vorab ein Telefonat angenommen und hatte Maggies beste Freundin Conny am Telefon.

Nun hat er schon keine Ahnung mehr, wie er der renitenten Conny klar machen soll, dass sich Maggie zurzeit nicht gut fühlt und nicht mit ihr sprechen kann. Natürlich wissen er und Valerian nur zu gut, dass Maggie niemals wieder ein Telefonat von Conny wird annehmen können. Aber, da sind sich er und sein Nachbar stillschweigend einig, derzeit soll sie es auf keinen Fall erfahren.

Danach schicken sich die beiden Männer an, Magdalenas Leiche in einem nahe gelegenen Waldstück zu entsorgen, also zu vergraben. Dabei fällt Valerian auf, dass an dieser Stelle offensichtlich noch mehr Menschen ihre Grabstätte gefunden haben. Als er Niko darauf anspricht, gibt dieser zu, schon mehrere Menschen dort vergraben zu haben.

Nach dieser Erklärung wird Valerian ganz bleich und möchte sich schnellstens aus dem Staub machen. Doch er hängt schon viel zu sehr in der Sache mit drin. Außerdem klingelt schon wieder Magdalenas Telefon…

Der österreichische Autor Felix Werthner hat mir mit seiner Geschichte mehrere schöne verregnete Sommerabende beschert. Damit waren diese schonmal wesentlich besser erträglich. Sebastian Stielke hat es obendrein dazu noch geschafft, mich mit seiner Stimme regelrecht an die Geschehnisse ranzuketten.

Darum hat mir das bei der hörbuchmanufaktur Berlin erschienene Hörbuch mit dem wirklich nicht zu viel versprechenden Titel Zwei Männer und ein paar Leichen sehr gut gefallen. Ich freue mich schon auf Felix Werthners nächsten Streich.

Hörprobe

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