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Mein Guck–und Hörtipp der Woche: Hagen Rether

Die Älteren unter Euch können sich vielleicht noch an die Sendung „Stratmanns“ im WDR erinnern. Sie lief bis Mai 2016 und „Jupp“, alias Ludger Stratmann führte durch die Sendung. Jeden Monat gab es eine neue Ausgabe und es waren mindestens drei Komiker oder Kabarettisten zu Gast. Hier trat auch Hagen Rether häufig auf. Was auch kein Wunder war, denn er war von Ludger Stratmann 1996 entdeckt worden. Zwar zunächst lediglich als Pianist für Stratmanns eigene Bühnenprogramme, ab 2003 dann aber auch selbst als große Bereicherung für das politische Kabarett. Zu jener Zeit entstand auch sein Endlosprogramm LIEBE, das mit jedem Programmupdate eine neue fortlaufende Zahl hinzugefügt bekommt. Mittlerweile ist er bei LIEBE 7 angekommen, das bei WortArt auf CD und als Download erschienenen ist.

Der gut aussehende 1969 in Bukarest geborene Sohn zweier deutschstämmiger Siebenbürger Sachsen mit wachen dunklen Augen und zum Pferdeschwanz gebundenen langen schwarzen Haaren hat auf der Bühne seine ganz eigenen Rituale, die seine Programme bei so gut wie jeder Vorstellung zu etwas Einmaligem werden lassen. Zu Beginn jedes Abends geht er stets auf die tagesaktuellen Ereignisse ein und kommt dann geradezu spielerisch auf seine eigenen Programmpunkte zu sprechen. Natürlich ist sein Platz auf der Bühne stets ein Sessel neben einem glänzend schwarzen Konzertflügel, auf dem neben einer Wasserflaschen mit dazugehörigem Trinkglas auch zwei oder drei goldgelbe Bananen zum Verzehr bereitliegen. Allerdings kann es vorkommen, dass er den Flügel gar nicht oder nur zum Spielen einer Schlussmusik zum Ausklang nutzt.

Die Verurteilung von Massentierhaltung und globalisierungskritische Themen gehören für den bekennenden Veganer, der seit 2002 Mitglied bei Attac ist, ganz selbstverständlich zu seinem Kabarettprogramm dazu. Auch für wohldurchdachte Spitzen gegen unsere oder auch fremde Regierungen, wie die USA, ist Rether bekannt und gefürchtet. Ich für meinen Teil höre mir seine stets ausverkauften Programme sehr gerne an, denn ich habe jedes Mal das Gefühl, dass ich davon auch für mich ganz persönlich etwas mitnehmen kann.

 

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