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Mein Hörtipp der Woche: Trudi Jefferson

Gertrud Hansen aus Hamburg hat das große Los gezogen. Die von ihren Freunden meist nur Trudi genannte 26-jährige hat einen Amerikaner kennen gelernt. Dieser Typ heißt Floyd Jefferson und ist als Soldat in Deutschland stationiert. Er und Trudi, die das Lehramtsstudium gerade beendet hat, heiraten in Ramstein. Danach kehren sie als Mann und Frau in seine Heimat Kalifornien, genauer gesagt, nach Los Angeles zurück. Nach kurzer Jobsuche findet Trudi dort auch an einer privaten Highschool eine Anstellung als Deutschlehrerin.

Schon bald wird sie von den dortigen Kids wegen ihrer Backkünste geliebt. Immer dann, wenn ihre Schüler etwas besonders gut gemacht haben, lässt sie eine Runde Cupcakes springen. Doch ganz allmählich bekommt ihr so fröhliches Leben einen Dämpfer. Ihr Ehemann stellt sich nicht nur als notorischer Fremdgeher heraus, sondern liegt auch urplötzlich eines schönen Tages tot im Bad. Trudi muss sich auf einmal nicht nur um seine Beerdigung kümmern, sondern auch um Geldeintreiber, die kurz darauf vor ihrer Haustür stehen. Ihr Mann hatte Wettschulden, und das nicht zu knapp. Und das, wo sie doch erst einmal das Haus abbezahlen wollte.

Mithilfe von guten Freunden und einer Prise Humor kommt sie aus der ganzen Sache einigermaßen unbeschadet wieder heraus. Sogar aus einem weiteren Ärgernis, das damit zu tun hat, dass ihr Mann unter ihrem Namen Kurzromane, beispielsweise den so genannten Auftragsthriller verfasst und an einen Verlag geschickt hatte. Das von ihr Erlebte nutzt sie kurzerhand dazu, ihren Schülern im Deutschunterricht eine gute Vorlage zu geben, um die Geschichte auf ihre Art zu Ende zu schreiben. Als Belohnung für die Fantasie der Schüler stiftet sie gerne noch eine Runde Cupcakes. Die heitere Romanreihe rund um Trudi Jefferson ist exklusiv bei Amazon als ebook und bei Audible als Hörbuch Download erschienen. Als Trudis deutsche Stimme wurde Dagmar Bittner auserkoren, die die Geschichte wunderbar leichtfüßig erzählt.

Jane Christo hat sich mit Trudi Jefferson eine wunderbare Figur ausgedacht, deren Geschichte mich ein wenig an eigene Erlebnisse von vor zehn Jahren erinnert hat. Auch ich bin aus meiner Heimatstadt für jemanden fortgegangen und bin am Ende bitter enttäuscht worden. Allerdings ist bei mir niemand gestorben. Nur ich selbst war dann irgendwann für jemanden gestorben. Darum bin ich letztlich wieder nach Hause zurückgekehrt.

Genau, wie Trudi habe ich mittlerweile mein Lachen wieder gefunden und habe versucht, das Beste aus meiner Situation zu machen. Ebenso, wie ihr haben mir dabei einige wirkliche Freunde geholfen. Genau wie sie nehme ich die ganze Sache heute mit Humor. Sie hat aus ihrer misslichen Lage letztlich Vortreffliches gemacht und hat am Ende sogar ihre Schüler mit einbeziehen können. Vielleicht bekomme ich in dieser Hinsicht ja auch noch mal eine Gelegenheit…

Hörprobe

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